| MSC'ler im nassen Element Clubausflug vom 19.-21.05.2006 nach München |
Wenn nachts um zwei ein großer Reisebus unseren Ort verlässt, ist das ziemlich ungewöhnlich. Doch das spricht wieder einmal für den MSC Rodenstein, der eine äußerst ungewöhnliche Mission antrat. Begleitet von Ortsvereinsvertretern höchsten Ranges ging die Fahrt gen Süden in die bayerische Metropole München. Das erklärte auch den frühen Abreisetermin, denn man wollte die Fa. MAN besuchen, bevor man in das Kulturprogramm einstieg. |
Für alle Mitreisende war dieser erste Termin hoch interessant, um einmal zu erfahren, wie entsteht ein LKW, den man jeden Tag auf unseren Straßen fahren sieht. Nach diesem Erlebnis wird manch einer einen LKW mit ganz anderen Augen sehen. |
Nun war Kultur in Ihrer höchsten Form angesagt. Schloß Nymphenburg, die Residenz der Wittelsbacher, wurde von den Rodensteinern aus dem Odenwald besucht. Unter der Führung von dem Vorsitzenden des örtlichen Odenwaldklubs Werner Schimpf wurde man in die hohen Weihen des bayerischen Adels eingewiesen. Unser Führer Werner ist selbst Münchner und kennt sich daher bestens aus. |
Ein Parkplatz Problem sollte nun unseren Zeitplan etwas durcheinander bringen. Mit einem Reisebus kann man nicht überall parken und so mussten wir in die etwas ausgefallenen Ecken der Landeshauptstadt. Für all diejenigen die gern ihr Auto entsorgt haben wollen empfiehlt jeder Teilnehmer der Fahrt den Busparkplatz am Heimeran Platz. Von Südosteuropa bis Rußland war dort alles vertreten, was mit mysteriösem Verschwinden von deutschen Nobelkarossen zu tun haben könnte. Der Busfahrer lehnte es ab, dort unser Fahrzeug abzustellen. Also Bus zum Olympia Park, Reisegruppe zu Fuß Richtung Innenstadt ( U- Bahnstation ). Die Laune einiger Mitreisenden verschlechterte sich drastisch. Doch bei der Ankunft auf dem Marienplatz waren diese Sorgen wieder vergessen. |
Im Rathaus-Keller wartete ein zünftiges Essen und vor allem das erste Bier des Tages. Nach der Mahlzeit ging es unter der Führung von Werner Schimpf zu Fuß durch die Münchner Innenstadt. Rathaus, Leopoldstrasse, Dallmayr sowie vorbei an der Feldherrn Halle hinein in den Hofgarten der Residenz. Verdiente Rast bei herrlichem Kaiserwetter. Der Abend verlief bis auf diverse Kleinigkeiten recht ruhig, so dass man am Samstag früh bestens gerüstet nach Wolfratshausen, dem Wohnsitz des Ministerpräsidenten, als auch der Anlegestelle der Flößerei Angermaier, aufbrechen konnte. Herrlicher Sonnenschein verhieß eine tolle Floßfahrt Richtung München. Das von der Brauerei Augustiner bereitgestellte Bier wurde vom Vorsitzenden Heinz Muntermann persönlich angestochen, und unter den Klängen des bayrischen Paradedefiliermarsches legte das Floß mit 50 Odenwäldern und einer 3 Mann-Kapelle ab. |
Würde man gut in München ankommen, welche Gefahren lauerten auf dem Gebirgsfluss? Würde man Nachfahren des weltberühmten Fränkisch-Crumbacher Seefahrers Schann Scheid treffen, der einst die Schiffahrt auf der Weschnitz, Gersprenz und der Crumbach mit seinem Schaufelraddampfer im Haupterwerb betrieben hat? |
Die dramatischen Ereignisse auf der ISAR nahmen Ihren Lauf: Bei herrlichem Wetter gierte das Holzfloß mit 23 Tonnen Nettogewicht den Fluß dahin. Der Tiefgang der Holzstämme im kalten Isarwasser ließ die Flößer nachdenklich werden. Die Idylle wurde geprägt von wunderschöner Fauna und Flora, vermischt mit bayrischer Blasmusik zu Gesängen und Schlachtrufen des Odenwälder Bergvolkes. |

Bis zur ersten Pause an der Floßschleuse war der Proviant in flüssiger und fester Form schon Dermaßen aufgezehrt, dass nur noch ein Nachschub in Form von Fassware die Teilnehmer befriedigen und beruhigen konnte. Bis diese Ladung allerdings an Bord war kaperte sich das diebische Odenwälder Bergvolk das Nachbarfloß, welches unter Chemnitzer Flagge vor Anker lag. Ohne Gegenwehr konnte ein Gefangener in die Gewalt der Motorsportler gebracht werden. Der auf den Weltmeeren allseits bekannte Jägermeister-Pauli wurde zum Aufspielen seiner Quetschkommode verdonnert. In ausgelassener Stimmung, kostenlosem Chemnitzer Bier und Schnupftabak wurde die feindliche Übernahme lautstark gefeiert. Die vertriebene Chemnitzer Floßmannschaft suchte das Weite und versteckte sich ängstlich in den Isarauen bis die Piraten wieder von dem Gefangenen abließen. |

Die Weiterfahrt der MS Odenwald, Richtung München sollte nach einiger Zeit noch dramatischer werden. Die ersten Seeleute gingen teils unverschuldet von Bord, machten Bekanntschaft mit dem kalten Isarwasser, an anderen zehrte schon der "Augustiner-Mönch". Eine Untiefe am Georgenstein, dem Kaphorn der Isar, ließ das Floß auf Grund laufen. Das erste Mal in der Geschichte der Crumbacher-Flößer wurde die Fahrt so abrupt gestoppt. Sehr zum Ärger der Flößer und des bei uns an Bord befindlichen Chefs Michael Angermeier. Die Peinlichkeit eskalierte, als die anderen Floßmannschaften an den havarierten Motorsportlern vorbeizogen und das Gespött und die Schadenfreude tiefe Furchen ins Gemüt schnitten. |

Wie auf einer Römergaleere gab der Floßkapitän den Takt zum beseitigen der misslichen Lage an. Nach ca. 1 Stunde mit bärenstarken Kräften und Hebeln schaffte es schließlich seine Mannschaft ins freie Fahrwasser des Flusses zurückzukehren. Diese Aktion wäre bei Leibe einfacher gewesen, hätten sich einige besonders schwere Floßfahrtteilnehmer auch in das Wasser gewagt. Das tonnenschwere Holzfloß wäre aus dem Wasser geploppt! Nun lechzten die ausgezehrten Körper und Muskeln nach Flüssignahrung als hätte es seit Tagen nur trocknes Brot gegeben. Mit Freibier für die ganze Mannschaft konnte der stolze Kapitän sofort Abhilfe schaffen und die Mannschaft bei Laune halten. |
In München angekommen empfing eine Fränkisch-Crumbacher Delegation mit einem Transparent die erschöpften "Flußfahrer" und beglückwünschten die Abenteurer mit lautem Getöse. An der Floßanlegestelle spielten sich dann emotionale herzergreifende Szenen ab. Nach der langen Zeit und den vielen Entbehrungen auf dem Wasser machte sich dann die Freude über die Ankunft an Land bemerkbar. Die einen entledigten sich Ihrer Kleider und sprangen ins kalte Isarnass, die anderen nahmen Freunde mit samt deren Kleidung, Handy, Geldbörse und Sonnenbrillen mit ins Wasser. Andere wiederum konnten den langen, schweren Weg zum Bus nur mit fremder Hilfe, gestützt und mit gesenktem Haupt bewältigen. |
Nach kurzer Busfahrt zum Hotel "Inter-City" direkt neben dem Münchner Hauptbahnhof wurden die Zimmer bezogen. Das kurze relaxen brachte die konditionsstarke Truppe nur teilweise wieder auf Vordermann um das weitere Tagesprogramm in Angriff zu nehmen. Mit einer dezimierten Truppe fuhr man mit der U-Bahn zum "bayrischen Donisl" wo ein zünftiges Abendessen wartete. Der Abschluß des ereignisreichen Tages fand beim "Schneider" am Stammtisch statt, wo auch der letzte "ISAR-Pirat" seine Grenzen fand. Am nächsten Morgen war MSC-Tauschbörse und Flohmarkt angesagt. Wer hat wem seinen Zimmerpartner, Jacke, Geldbeutel, Hose, Strümpfe, Sonnenbrille, Händy und andere Utensilien, die bei der Havarie des Floßes unter die Räder gekommen waren? |

Mit kleiner Verspätung nahm man für die Fußball-WM die neue Allianz Arena ab. Ein professioneller Guide führte uns durch die Stadionanlage. Der Flair des Stadions und die gigantische Stimmung konnte man hautnah spüren. Sogar in die Bayernkabine und das Pressezentrum hatten wir Einlass. Gegen 12 Uhr verließen die Motorsportler die Bayernmetropole München mit tollen Eindrücken. Bei Augsburg nahm man das Mittagessen in einem Landgasthof ein. Dort konnte man sich wieder an zivile Preise und die gewohnten Portionen gewöhnen. Gegen Abend traf die lustige Truppe nach einem wunderschönen Ausflug wohlbehalten in Fränkisch-Crumbach ein. |